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20-11-09 10:56
„Ein guter Mann für eine noch bessere Zukunft“



Generationswechsel an der Nowebau-Spitze / Herbert Schwanz übergibt Führungsstab an Marco Emken / Schwieriges Jahr für die Baustoffbranche gut überstanden / Einstieg in Europas größter mittelständischer Fachhandelsvereinigung



Generationswechsel: Herbert Schwanz (links) übergibt den Führungsstab an Marco Emken (Mitte). Links im Bild Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Hanneken

Papenburg/Großefehn, 13. November 2009 – Die Stimmung im deutschen Baustofffachhandel ist angesichts massiver Umsatzrückgänge gedrückt. „Wir haben uns in diesem schwierigen Jahr gut behauptet und entgegen dem Branchentrend erneut ein positives Ergebnis eingefahren“, sagte der Geschäftsführer der Nowebau GmbH & Co. KG (Großefehn), Herbert Schwanz, heute bei der Gesellschafterversammlung in Papenburg. Für 2009 sieht der 60-jährige Schwanz, der die Geschäftsführung nach „22 bewegenden, prägenden und dankbaren Dienstjahren“ vom kommenden Jahr an den 34-jährigen Marco Emken übergibt, keine wesentliche Markterholung. Vielmehr befürchten der alte und der neue Geschäftsführer eine Fortsetzung des zum Teil ruinösen Wettbewerbs durch Billig-Baumärkte.
Um die Leistungskraft und Marktposition der Baustoffkooperation mit 73 eigenständigen Fachhändlern an 91 Standorten im Nordwesten und insgesamt 1.500 Mitarbeitern weiter zu stärken, werde die Nowebau-Gruppe von 2010 an Mitgesellschafter bei Europas größter Baustoffkooperation – der Eurobaustoff GmbH & Co. KG (Karlsruhe) mit einem Jahresumsatz von rund neun Milliarden Euro. „Damit steigen wir in eine neue Liga mit deutlich erweiterten Einkaufs-, Absatz- und Vermarktungsmöglichkeiten auf“, sagte Schwanz.
Neben der „ansehnlichen Bilanz 2009“ der Nowebau-Gruppe mit einem nur leichten Umsatzrückgang von drei Prozent auf rund 450 Mio. €, der deutlich unter dem bundesweiten Branchenschnitt von minus 7,7 Prozent liege, stand der Generationswechsel im Mittelpunkt der Gesellschafterversammlung. Unter anhaltendem Beifall der Gesellschafter und Aufsichtsgremien wurde Schwanz für seine herausragenden Leistungen gewürdigt. Der Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Hanneken (Geers GmbH, Börger/Emsland) dankte Schwanz für eine „mehr als erfolgreiche Arbeit“ und die Weitsicht, seine Nachfolge zusammen mit dem Aufsichtsrat frühzeitig, sorgfältig und mit einer erstklassigen Wahl vorbereitet zu haben: „Auf dem Höhepunkt loslassen zu können, ist eine große Gabe.“ Emken ist seit mehr als zehn Jahren für Nowebau tätig und seit 2007 Prokurist.

Von Januar an wird Emken, der langfristig auf diese Aufgabe intensiv vorbereitet worden sei, die Geschäfte alleinverantwortlich führen. „Ein guter Mann für eine noch bessere Zukunft“, sagte der in Wiesmoor lebende Schwanz und betonte, dass das Unternehmen mit seinem in Wittmund geborenen Nachfolger weiterhin von „einer verlässlichen ostfriesischen Hand“ geführt werde. Die Zukunft werde dabei maßgeblich von der Kooperation mit Eurobaustoff geprägt, unter dessen Dach mehr als 1.200 mittelständische Fachhändler vereinigt seien. „Das wird unsere Schlagkraft deutlich erhöhen“, betonte Emken.
Auch die Wettbewerbsfähigkeit des Nowebau-Lagers in Großefehn mit rund 80 Mitarbeitern werde dadurch weiter gestärkt. Von dort aus beliefern 13 eigene Sattelzüge die Fachhändler im Nordwesten mit jährlich rund 100.000 Tonnen Waren. Für 2009 werde für das Nowebau-Lager ein ebenfalls nur unterdurchschnittlicher Umsatzrückgang von drei Prozent auf rund 35 Millionen Euro erwartet. „Gleichzeitig gehen wir von einem ausgeglichenen Ergebnis aus, was nur wenigen Wettbewerbern gelungen ist“, sagte Schwanz.
Er und Emken sehen die Nowebau-Gruppe somit gut gerüstet für eine schwierige Zukunft. Sie warnten vor einem durch immer neue Rabattaktionen und Billigwaren der Baumärkte verschärften und ruinösen Wettbewerb, der auch Sicherheitsrisiken für die Bauwirtschaft bedeuten könne. Viele dieser Billigwaren entsprächen vielfach nicht dem neuesten Stand der Technik, sagte Schwanz:. „Das kann bei Renovierungen und Neubauten gefährliche Auswirkungen haben.“
An die Gesellschafter appellierten der alte und neue Geschäftsführer, sich weiter auf ihre Stärken zu besinnen: „Qualität, hohe Servicequalität und sich als Teil einer starken und mittelständisch geprägten Gemeinschaft zu verstehen.“ Mit diesen Tugenden habe der einzelne Baustofffachhändler beste Chancen, aus schwierigen Zeiten gestärkt hervorzugehen. Von der neuen Bundesregierung forderten Schwanz und Emken, eine „Abwrackprämie für Altbauten“ sowie ein „Mehrwertsteuer-Sparmodell“ einzuführen. Dies würde die Marktentwicklung ankurbeln, die Schwarzarbeit eindämmen und für mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Baubereich sorgen.


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